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Herausforderung „alte und neue geförderte Altersvorsorge“ – Lösungen für die Praxis

Im Interview erklärt Benjamin Brummer, stellvertretender Bereichsleiter Mathematik bei MORGEN & MORGEN, wie die Lösungen für Riester-Bestandsanalyse über die Vergleichbarkeit neuer Produkte bis zur digitalen Abschlussstrecke für das Standardepot aussehen können.

Die Einführung der neuen geförderten Altersvorsorge im Januar 2027 sorgt für Bewegung in der Branche – und für durchaus kontroverse Sichtweisen. Während einige Marktteilnehmer die neuen Möglichkeiten begrüßen, sehen andere vor allem den steigenden Wettbewerbsdruck durch Investmentgesellschaften und neue Anbieterstrukturen.

Klar ist: Die neue geförderte Altersvorsorge verändert die Spielregeln. Für Versicherer geht es jetzt darum, sich strategisch richtig zu positionieren – und ihre zentralen Stärken gezielt auszuspielen. Dazu gehören insbesondere die lebenslange Rentenleistung, Garantien und die Fähigkeit, Kunden über Jahrzehnte hinweg verlässlich zu begleiten.

Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom Umgang mit bestehenden Riester-Verträgen über die Bewertung von Wechseloptionen bis hin zur Simulation von Renditewahrscheinlichkeiten und der Umsetzung digitaler Abschlussstrecken.

MORGEN & MORGEN arbeitet bereits heute an konkreten Lösungen für genau diese Herausforderungen. Von Entscheidungsunterstützung im Bestand über stochastische Simulationen bis hin zu modularen digitalen Abschlussprozessen stehen erste Bausteine – teils bereits als Prototypen – zur Verfügung. Gemeinsam mit der Branche werden diese Ansätze aktuell weiter geschärft.

Wir sprechen heute darüber, wo die größten Herausforderungen liegen – und wo Versicherer schon heute Unterstützung von MORGEN & MORGEN erwarten können.

„Der Wandel ist spürbar – und wir sorgen dafür, dass Versicherer ihn mit fundierten Lösungen aktiv gestalten können.“

Benjamin Brummer, stellvertretender Bereichsleiter Mathematik bei MORGEN & MORGEN
Benjamin Brummer_

MORGEN & MORGEN arbeitet bereits an konkreten Lösungen für die neue geförderte Altersvorsorge. Benjamin, du bist von Anfang an mit Herzblut dabei, erklär uns bitte, welche zentralen Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette adressieren wir aktuell – und wo setzen unsere Lösungen konkret an?

Wir betrachten die neue geförderte Altersvorsorge ganzheitlich. Das heißt: vom Bestand über die Produktbewertung bis hin zum Abschlussprozess. Konkret adressieren wir drei zentrale Felder: Erstens die Bestandsanalyse und Kundenbegleitung im Riester-Portfolio, zweitens die Bewertung und Vergleichbarkeit der neuen Produkte, insbesondere im Hinblick auf Renditewahrscheinlichkeiten, und drittens die digitale Abschlussstrecke für das Standarddepot.

Unser Ansatz ist dabei immer derselbe: Wir schaffen Transparenz und Entscheidungsgrundlagen – für Versicherer, Vermittler und letztlich auch für den Kunden.

Eine große Herausforderung liegt im Umgang mit bestehenden Riester-Verträgen. Wie unterstützen unsere Ansätze Versicherer dabei, fundierte Entscheidungen für ihre Bestandskunden zu treffen und diese aktiv zu begleiten?

Das Thema Bestand wird oft unterschätzt – dabei liegt hier einer der größten Hebel. Wir entwickeln aktuell Lösungen, mit denen Versicherer ihre Bestände systematisch analysieren und segmentieren können. Ziel ist es, sehr klar zu unterscheiden: Für wen lohnt sich ein Verbleib im Riester-System – und für wen nicht. Dabei spielen Faktoren wie Vertragslaufzeit, Garantieniveau, Zulagenstruktur oder familiäre Situation eine entscheidende Rolle. Unsere Tools unterstützen dabei, diese Komplexität herunterzubrechen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Gleichzeitig denken wir das Thema immer als begleiteten Prozess: Es geht nicht nur um eine einmalige Entscheidung, sondern um den richtigen Zeitpunkt und die richtige Ansprache.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Bewertung von Renditechancen – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Garantie und Kapitalmarktorientierung. Wie helfen wir dabei, diese Szenarien transparent und belastbar darzustellen?

Das ist aus unserer Sicht der entscheidende Punkt bei den neuen Produkten. Während Riester stark von Garantien geprägt war, bewegen wir uns bewegen wir uns in der neuen Produktwelt in einem deutlich kapitalmarktnäheren Umfeld. Das bedeutet: Wir müssen weg von statischen Beispielrechnungen – hin zu Wahrscheinlichkeiten und Szenarien. Genau hier kommt unsere Stärke als Vergleicher ins Spiel – in Kombination mit unserem stochastischen Simulationsmodell Volatium.

Mit Volatium können wir für unterschiedliche Produktvarianten – mit und ohne Garantien – belastbar simulieren:

  • welche Kapitalentwicklungen realistisch sind
  • wie groß die Bandbreiten ausfallen
  • und mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Zielwerte erreicht werden

Das ermöglicht dann einen wirklich fundierten Vergleich neuer Altersvorsorgeprodukte auf Basis von Risiko-Rendite-Profilen – und nicht nur auf Basis einzelner Kennzahlen.

Für Versicherer bedeutet das: Sie können ihre Produkte nicht nur entwickeln, sondern auch valide positionieren und argumentieren – sowohl im Vertrieb als auch gegenüber dem Kunden.

Neben Produkt und Beratung spielt auch die Umsetzung eine entscheidende Rolle. Wie unterstützt MORGEN & MORGEN Versicherer konkret bei der digitalen Abschlussstrecke für das Standarddepot?

Die regulatorischen Anforderungen machen es notwendig, dass Versicherer eine funktionierende digitale Abschlussstrecke bereitstellen – und das möglichst nahtlos.

Wir haben dafür einen modularen Ansatz entwickelt, mit dem wir die komplette Strecke abbilden können:

  • Integration von Tarifkalkulationen
  • Bereitstellung von Webservices
  • Angebots- und Antragsprozesse
  • bis hin zum vollständigen Onlineabschluss

Das Besondere ist: Versicherer können flexibel entscheiden, welche Bausteine sie nutzen möchten. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass alles sauber miteinander verzahnt ist. Damit reduzieren wir den Implementierungsaufwand erheblich und sorgen dafür, dass Versicherer schnell handlungsfähig werden.

Viele Versicherer stehen aktuell vor der strategischen Frage, wie sie sich im neuen Wettbewerbsumfeld positionieren. Inwiefern können wir mit unseren dabei helfen, die eigenen Stärken – wie Garantien und lebenslange Renten – gezielt in den Vordergrund zu stellen?

Wir sehen unsere Rolle ganz klar darin, Versicherern die Werkzeuge zu geben, um ihre Stärken sichtbar und erklärbar zu machen. Gerade im Wettbewerb mit Investmentlösungen ist es entscheidend, nicht nur Renditechancen zu zeigen, sondern auch Themen wie Planbarkeit, Sicherheit und lebenslange Absicherung richtig einzuordnen.

Mit unseren Simulationen können wir genau diese Unterschiede transparent machen:

  • Was bedeutet eine Garantie konkret für die Bandbreite der Ergebnisse?
  • Wie verändert sich das Risikoprofil?
  • Und welchen Wert hat die lebenslange Rente im Vergleich zu einem befristeten Auszahlplan?

Das schafft eine ganz andere Qualität in der Beratung – und hilft Versicherern, sich strategisch klar zu positionieren.

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Kundenbetreuung und Vertrieb

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Ein Blick hinter die IT-Kulissen von MORGEN & MORGEN

Im Gespräch mit Gabriela Heyne, Bereichsleiterin IT, über das Zusammenspiel von Fachwissen, Datenkompetenz und Technologie.

Als Gabriela Heyne während der Corona-Pandemie bei MORGEN & MORGEN begann, fand ihr Einstieg nahezu vollständig virtuell statt – eine Situation, in der eine funktionierende IT-Infrastruktur nicht nur hilfreich, sondern entscheidend ist.

Gleichzeitig lernte sie ein Unternehmen kennen, das nicht nur durch fachliche Tiefe und Datenkompetenz geprägt ist, sondern auch durch Technologien, die diese Stärke in die Anwendung bringen.

Ein Zusammenspiel, das MORGEN & MORGEN seit jeher auszeichnet – und das heute immer vielschichtiger und herausfordernder wird.

"Immer öfter möchten Kunden Daten oder Methoden per API, also per Webservice abfragen und in ihre eigene Welt integrieren".

Gabriela Heyne, Bereichsleiterin IT bei MORGEN & MORGEN
Benjamin Brummer_

Gabriela, fast auf den Tag genau verantwortest du seit sechs Jahren die IT bei MORGEN & MORGEN – ein Bereich, über den bislang vergleichsweise selten gesprochen wird. Welche Rolle spielt IT bei MORGEN & MORGEN?

IT ist bei uns von Anfang an ein zentraler Bestandteil gewesen – auch wenn sie nach außen oft weniger sichtbar ist.

Was MORGEN & MORGEN besonders macht, ist die Verbindung aus fundierter Fachlichkeit, einer enormen Menge an Versicherungsdaten und der Fähigkeit, diese durch Technologie in konkrete Anwendungen zu überführen. Wir sorgen dafür, dass Daten und Fachlichkeit so in Systeme und Prozesse gebracht werden, dass sie im Alltag wirklich nutzbar sind.

 

MORGEN & MORGEN wird im Markt vor allem mit Fachlichkeit und Analysen verbunden. Die IT steht weniger im Vordergrund.
Wie nimmst du das wahr?

Das ist nachvollziehbar, weil unsere fachliche Qualität sehr sichtbar ist.

Die Arbeit der IT findet dagegen meist im Hintergrund statt – und das ist auch ein Stück weit unser Anspruch. Gute Technologie merkt man daran, dass sie nicht auffällt. Unsere Aufgabe ist es, Fachlichkeit, Daten und Prozesse so bereitzustellen, dass sie im Alltag wirklich nutzbar werden – ohne zusätzliche Komplexität. Daran haben wir in den letzten Jahren vermehrt gearbeitet und die IT von MORGEN & MORGEN nicht nur technologisch weiterentwickelt, sondern agil und flexibil aufgestellt – in den Prozessen und in den Werkzeugen.

Wenn uns das gelingt, bleibt unsere Arbeit oft unsichtbar. Aber genau darin liegt ihre Qualität.

 

Lass uns einen Blick unter die Oberfläche werfen: Wie sieht unsere IT- und Service-Landschaft konkret aus?

Im Kern geht es darum, Fachlichkeit und Funktionalitäten flexibel nutzbar zu machen.

Grundsätzlich bieten wir unsere Leistungen als SaaS (Software as a Service) an. Bedeutet also Software als Dienstleistung und damit wird eine Anwendung nicht lokal installiert, sondern als Cloud-Dienst über das Internet bereitgestellt, betrieben und regelmäßig aktualisiert – alles aus einer Hand sozusagen. Unsere Architektur basiert auf einer flexiblen Service-Landschaft, die sich in bestehende Systeme und Prozesse der Versicherungsbranche integrieren lässt. In sehr individueller Form.

Darauf aufbauend gibt es verschiedene Nutzungsmöglichkeiten:

  • als komplette Anwendungen, z. B. unsere Software M&M Office und alle weiteren
  • als einzelne Module mit begrenzter Funktionalität
  • oder über APIs, die direkt in bestehende Systeme integriert werden können

Was ist für unsere Kunden aktuell besonders wichtig oder interessant?

Viele Kunden nutzen genau diese Flexibilität. Sie wollen keine starren Systeme, sondern gezielt einzelne Bausteine in ihre Prozesse einbinden. Neue Funktionalitäten werden dabei häufig direkt integriert – etwa die Kombination aus Alttarifanalyse und Tarifoptimierung oder unsere Berater-KI, die als Chatbot in bestehende Systeme eingebunden wird.

Immer öfter möchten Kunden Daten oder Methoden per API, also per Webservice abfragen und in ihre eigene Welt integrieren – wir bieten beispielsweise einen Volatium-Webservice an, der belastbare Simulationen zu Renditeverläufen als Service in bestehende Prozesse beim Versicherer einbringt. Oder unsere Tarifmapping-API, die beliebige Verträge aus einem Maklerbestand tariflich zuordnet und bewertet, ist einzigartig im Markt.

Außerdem ist es wichtig, komplett separate Module anzubieten, die eine gekapselte Funktionalität zur Verfügung stellt, die wir responsiv und auf den Kunden angepasst in kurzer Zeit zur Verfügung stellen können – mit Makler oder Endkunden als Zielgruppe.

Ein weiterer Schwerpunkt bilden unsere BiPRO und proprietären TAA Anbindungen.

 

Und was entsteht daraus konkret in der Praxis an Anwendungen?

Diese Architektur ermöglicht eine große Bandbreite an Anwendungen.

Neben M&M Office entstehen spezialisierte Lösungen für konkrete Anwendungsfälle. Beispielsweise aktuell zum Thema neue und alte geförderte Altersvorsorge. Da stellen wir die Förderlogiken in einem Vergleichstool gegenüber und arbeiten bereits jetzt an einem konkreten Tool für die neue Tarifwelt.

Weitere Beispiele sind die Tarifoptimierung, bei der Alt- und Neutarifdaten so zusammengeführt werden, dass fundierte Empfehlungen möglich sind. Oder Anwendungen wie TarifRadar und InSwot Analyzer, die gezielt relevante Marktdaten verfügbar machen.

Darüber hinaus entwickeln wir sehr individuelle Lösungen in einzelnen Projekten.

Wir sprechen also von einer riesengroßen Plattform, bestehend aus Daten und Methoden. In vielen Projekte haben wir gemeinsam mit unseren Kunden passgenaue Lösungen entwickelt und erfolgreich eingeführt – von Vertriebsanwendungen bis hin zu individuellen Plattformlösungen.

 

Kannst du das an Projekten greifbar machen?

Gerne. Genau hier wird unsere Arbeit nämlich besonders sichtbar.

Unsere Systeme sind integriert beziehungsweise gut integrierbar in bestehende Applikationslandschaften, so beispielsweise in der JDC Welt oder angebunden an das Assfinet-AMS.

Mit der Alten Leipziger haben wir beispielsweise das Volatium-Modell in ein Vertriebswerkzeug übersetzt, das komplexe Zusammenhänge wie Rendite und Risiko im Beratungsgespräch verständlich macht.

Für Bosch My Insurance haben wir eine vollständig individualisierte Lösung auf Basis von M&M Office entwickelt – inklusive Integration in bestehende Systeme und durchgängiger Beratungsstrecke.

Mit der Nürnberger Versicherung arbeiten wir im Bereich Marktanalyse und Produktentwicklung, etwa mit Lösungen wie TarifRadar.

Auch bei der Hannoverschen setzen wir unsere Daten und Technologien gezielt ein, um Prozesse effizienter und kundenorientierter zu gestalten.

Was all diese Projekte verbindet:
Es geht nie nur um Daten oder Software, sondern um die Integration in bestehende Prozesse und die konkrete Anwendung im Alltag.

Viele Kunden – ob Versicherer, Pools oder Vertriebe – haben nicht die Ressourcen, solche Lösungen selbst schnell umzusetzen. Genau hier kommen wir ins Spiel.

 

Und welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?

Wir setzen KI gezielt ein – immer mit dem Anspruch, Effizienz zu steigern, ohne Qualitätsverluste.

Ein Beispiel ist unsere AVB-Analyse. Hier lesen wir Tarifbedingungen aus und überführen sie in unsere Systeme. KI unterstützt uns dabei effizient, die Qualität sichern wir weiterhin über klare Prüfprozesse.

Darüber hinaus hilft uns KI, Ideen schneller sichtbar zu machen.
Wir können Prototypen entwickeln und gemeinsam mit Kunden schneller zum optimalen Ergebnis kommen.

Mit dem M&M Companion haben wir zudem eine Berater-KI entwickelt, die auf unsere Datenbasis zugreift und schnell qualifizierte Antworten liefert.

Auch in der Entwicklung unterstützt KI – etwa bei Code-Erstellung, Automatisierung und Qualitätssicherung.

 

Qualität und Datensicherheit sind zentrale Themen. Wie stellt ihr das sicher?

Das ist die Grundlage unserer gesamten Arbeit.

Unsere Systeme sind darauf ausgelegt, Qualität jederzeit sicherzustellen. Ergebnisse sind nachvollziehbar und werden kontinuierlich überprüft.

Gleichzeitig sind Datenschutz und Datensicherheit integraler Bestandteil unserer Architektur – nicht etwas, das nachträglich ergänzt wird.

Unser Anspruch ist es, Lösungen zu entwickeln, die leistungsfähig, flexibel und gleichzeitig verlässlich und sicher sind.

 

Zum Abschluss: Wie siehst du die Rolle der IT im aktuellen Marktumfeld?

Die Anforderungen steigen: Daten werden komplexer, Prozesse individueller und der Anspruch an Geschwindigkeit wächst.

IT wird damit immer stärker zum verbindenden Element – sie sorgt dafür, dass Fachlichkeit in der Praxis funktioniert.

Für MORGEN & MORGEN bedeutet das: Unsere Rolle als IT-Dienstleister wird weiter an Bedeutung gewinnen. Wir verstehen uns als Enabler, der die Nutzung unserer Daten flexibel und integriert ermöglicht.

Gleichzeitig wird es wichtiger, Innovation und Verantwortung zusammenzudenken – insbesondere beim Einsatz von KI. 

Vielen Dank für die Einblicke, Gabriela.
Wenn man das alles hört, wird klar: Über die IT bei MORGEN & MORGEN werden wir künftig definitiv öfter sprechen.

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