M&M Software

KI mit Verantwortung

Interview-Reihe Teil 3 | Gabriela Heyne spricht darüber, wie MORGEN & MORGEN die nächste IT-Stufe baut – mit Qualität, Sicherheit, klarer Architektur und einem nüchternen Blick auf Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kann Prozesse beschleunigen und Wissen schneller nutzbar machen. Bei MORGEN & MORGEN wird sie dort eingesetzt, wo sie fachliche Qualität unterstützt – und wo Ergebnisse nachvollziehbar bleiben.

"KI ist für uns kein Selbstzweck. Wir setzen sie dort ein, wo sie Qualität, Geschwindigkeit und Transparenz nachweisbar verbessert."

Gabriela Heyne, Prokuristin und Bereichsleiterin IT bei MORGEN & MORGEN
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Gabriela, kaum ein Technologiethema wird derzeit so intensiv diskutiert wie KI. Wie gehst Du bei MORGEN & MORGEN damit um?

Mit einem klaren Nutzenfokus. KI ist für uns kein Selbstzweck und auch kein reines Innovationsthema. Wir prüfen sehr konkret, wo KI Qualität, Geschwindigkeit oder Transparenz verbessert. Wenn das nicht erkennbar ist, ist es für uns kein sinnvoller Einsatzfall.

Gerade in unserem Umfeld ist ein nüchterner Blick wichtig. Wir arbeiten mit Versicherungsbedingungen, Tarifdaten, Ratings, Simulationen und Beratungslösungen. Hier zählen Verlässlichkeit, Nachvollziehbarkeit und fachliche Prüfung. Eine schnelle Antwort ist nur dann wertvoll, wenn sie auch belastbar ist.

Wo wird KI bereits konkret eingesetzt?

Ein wichtiges Feld ist die Verarbeitung von Allgemeinen Versicherungsbedingungen. AVBs enthalten sehr viele Informationen, die für Rating, Vergleich, Beratung und Produktbewertung relevant sind. KI kann helfen, Inhalte effizienter zu erfassen, Strukturen zu erkennen und Arbeitsschritte vorzubereiten. Die fachliche Qualitätssicherung bleibt dabei aber zentral.

Ein weiteres Beispiel ist der M&M Companion. Er greift auf unsere geprüfte Tarifdatenbasis zu und unterstützt Vermittler oder Serviceteams dabei, schnell qualifizierte Antworten auf Fragen zu Tarifbedingungen zu erhalten. Zusätzlich nutzen wir KI auch in der Entwicklung – etwa bei Dokumentation, Testunterstützung, Automatisierung oder Prototyping.

Im Ausgangsinterview hast Du gesagt, KI helfe auch dabei, Ideen schneller sichtbar zu machen. Was meinst Du damit?

KI kann uns helfen, früher in ein konkretes Bild zu kommen. Gerade bei neuen Ideen ist es wertvoll, schneller einen Prototypen oder eine erste Prozessskizze zu haben. Dann können wir mit Fachbereichen oder Kunden nicht nur abstrakt über ein Konzept sprechen, sondern gemeinsam an etwas Greifbarem arbeiten.

Das beschleunigt nicht nur die Entwicklung. Es verbessert auch die Qualität der Diskussion. Man erkennt früher, was funktioniert, was noch fehlt und wo ein echter Nutzen entsteht.

Was unterscheidet diesen Ansatz von einem klassischen Chatbot?

Der Unterschied liegt in der fachlichen Grundlage. Im Versicherungsumfeld reicht es nicht, eine sprachlich plausible Antwort zu erzeugen. Die Antwort muss auf geprüften Informationen basieren, sie muss nachvollziehbar sein und sie muss in den fachlichen Kontext passen. Beim M&M Companion ist genau diese Verbindung entscheidend: schnelle Antwort, aber auf Basis einer fundierten Tarif- und AVB-Datenbasis.

Für Anwender bedeutet das weniger Suchaufwand und mehr Sicherheit im Alltag. Für uns bedeutet es, dass KI nicht neben unserer Fachlichkeit steht, sondern diese besser zugänglich macht.

Welche Rolle spielt Qualitätssicherung beim Einsatz von KI?

Eine sehr große. KI kann vorbereiten, strukturieren, beschleunigen und unterstützen. Aber Qualität entsteht durch klare Prozesse, fachliche Kontrolle und nachvollziehbare Ergebnisse. Wir wollen keine Automatisierung, die am Ende neue Unsicherheit erzeugt.

Deshalb denken wir KI immer zusammen mit Datenqualität, Prüflogik, Verantwortlichkeiten und Governance. Das ist gerade in der Versicherungsbranche entscheidend. Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass man möglichst viel automatisiert, sondern dadurch, dass man weiß, wo Automatisierung sinnvoll ist und wie Ergebnisse abgesichert werden.

Wie verändert KI die Arbeit in der Softwareentwicklung?

KI kann Entwicklerinnen und Entwickler bei wiederkehrenden Aufgaben unterstützen – zum Beispiel bei Code-Vorschlägen, Dokumentation, Tests oder der Analyse von bestehenden Strukturen. Das kann Zeit sparen und Qualität erhöhen, wenn es richtig eingebettet ist.

Aber auch hier gilt: KI ersetzt nicht Architekturverständnis, Produktverständnis oder Verantwortung. Im Gegenteil. Wenn Routineaufgaben effizienter werden, brauchen wir umso mehr Klarheit darüber, welche Architektur wir bauen, welche Standards gelten und wie wir Wiederverwendung organisieren. KI macht gute Führung und gute Struktur nicht überflüssig. Sie macht sie wichtiger.

Welche Rolle spielen Datenschutz und Sicherheit in diesem Zusammenhang?

Datenschutz und Datensicherheit sind keine Zusatzthemen. Sie gehören von Anfang an zur Architektur. Unsere Lösungen müssen leistungsfähig und flexibel sein, aber eben auch verlässlich, sicher und nachvollziehbar. Das gilt für klassische Anwendungen genauso wie für KI-gestützte Funktionen.

Gerade wenn Daten, Tarifinformationen und Beratungsprozesse digital stärker vernetzt werden, brauchen wir klare technische und organisatorische Leitplanken. Sicherheit, Monitoring, Berechtigungen, Qualitätssicherung und Compliance müssen mitgedacht werden, bevor eine Lösung in den Markt geht – nicht erst danach.

Wie sieht die nächste Stufe der M&M-IT aus?

Wir arbeiten an einer IT, die stabil im Betrieb, klar in der Architektur und schneller in der Umsetzung ist. Dazu gehören modulare Services, moderne Schnittstellen, eine stärkere Schichtenarchitektur, mehr Automatisierung in CI/CD-Prozessen und ein besseres Management von APIs und Services.

Das Ziel ist nicht, einfach mehr Technologie einzusetzen. Das Ziel ist, fachliche Innovation schneller in marktfähige digitale Leistung zu übersetzen. Je sauberer der gemeinsame Kern ist, desto leichter können wir neue Produkte, White-Label-Lösungen, APIs und KI-Funktionen entwickeln und betreiben.

Wenn Du die Rolle der IT bei MORGEN & MORGEN in einem Satz beschreiben müssten – wie würde er lauten?

Wir machen Fachlichkeit digital nutzbar – stabil, sicher und skalierbar. Genau das ist mein Führungsanspruch. Ich möchte, dass unsere IT nicht lauter wird, sondern stärker: stabiler im Kern, schneller im Markt und verlässlicher in der Skalierung. Das ist aus meiner Sicht die Grundlage dafür, dass MORGEN & MORGEN auch künftig als unabhängige, fachlich starke und technologisch anschlussfähige Marktinstanz wahrgenommen wird.

 

INTERVIEW TEIL 1: Ratings, Analysen und Vergleichslösungen sind im Markt sichtbar. Die IT dahinter arbeitet meist im Hintergrund. Gabriela Heyne erklärt im ersten Teil, warum gerade diese unsichtbare Leistung ein strategischer Werttreiber von MORGEN & MORGEN ist.

INTERVIEW TEIL 2: Im zweiten Teil geht es darum, wie MORGEN & MORGEN aus dieser IT-Basis flexible Services, Module, APIs und individuelle Lösungen für Versicherer, Vertriebe und Partner macht.

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